Ehrlichkeit in der Politik

Das ungewöhnliche Ergebnis der Wahlen in Baden-Württemberg beschäftigt die deutsche Medienlandschaft. Daher waren in den letzten Tagen in politischen Talkshows Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen mehr denn je gefragt. Dies führte dazu, dass viele „elder statesmen“ eingeladen werden mussten, um die Stühle in den Studios füllen zu können. Besonders interessant waren hier Heiner Geißler (CDU) bei Anne Will sowie Bernhard Vogel (CDU), Egon Bahr (SPD) und Gerhart Baum (FDP) bei Beckmann.

Hier konnte der Zuschauer ungewöhnliches beobachten: Harte Kritik am Kurs der jeweils eigenen Partei und dem Koalitionspartner, sowie ehrliche Problemanalysen. Keine schwammigen Formulierungen, kein Ausweichen und Winden. Doch wie kommt es, dass jüngere Politiker nicht in der Lage scheinen, klare und wahre Aussagen zu treffen? Wie kommt es, dass ein Guido Westerwelle nach dem Absturz der FDP in Baden-Württemberg beinahe wortwörtlich das gleiche sagt, wie nach dem knappen Einzug in den Landtag von NRW 2010; er also scheinbar in dem knappen Jahr nichts dazu gelernt hat?

Einerseits ist das Übernehmen von Verantwortung älteren Politikern auch im Nachhinein augenscheinlich wichtiger als ihren aufstrebenden Kollegen. So kommt es, dass bspw. Helmut Schmidt noch immer fleißig Bücher und Artikel veröffentlicht und sich auch heute noch für seine vergangene Regierungszeit verantwortlich fühlt. Auch ist das Interesse an Macht weniger stark ausgeprägt, wenn man sie bereits viele Jahre lang ausgeübt hat. So kann Herr Geißler den ehemaligen Bundeskanzler Kohl (CDU) bei Anne Will als „energiepolitischen Piusbruder“ bezeichnen – es kann ihm eben nicht mehr schaden.

Würde beispielsweise Christian Lindner das gleiche sagen, würde seine Karriere doch sehr wahrscheinlich mehr als nur einen „Schlag ins Kontor“ (Lindners Verharmlosung der katastrophalen Werte der FDP bei Anne Will) erfahren. Dies allerdings auch nur aus innerparteilichen Gründen. In der öffentlichen Meinung hingegen würde vielen Politikern wahrscheinlich großer Respekt für solch klare Aussagen entgegengebracht werden. Leider vergessen sie nur allzu oft, dass sie dem Volk Rechenschaft für ihre Entscheidungen schuldig sind. Paradoxerweise nimmt diese Vergesslichkeit mit zunehmendem Alter ab.

bd

Ehrlichkeit in der Politik

 

Das ungewöhnliche Ergebnis der Wahlen
in Baden-Württemberg beschäftigt die deutsche Medienlandschaft.
Daher waren in den letzten Tagen in politischen Talkshows Vertreter
von CDU, SPD, FDP und Grünen mehr denn je gefragt. Dies führte
dazu, dass viele „elder statesmen“ eingeladen werden mussten, um
die Stühle in den Studios füllen zu können.

Besonders interessant waren hier Heiner
Geißler (CDU) bei Anne Will
(http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill2807.html)
sowie Bernhard Vogel (CDU), Egon Bahr (SPD) und Gerhart Baum (FDP)
bei Beckmann
(http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/443668_beckmann/6824608_schicksalswahlen-einer-kanzlerin).

Hier konnte der Zuschauer
ungewöhnliches beobachten: Harte Kritik am Kurs der jeweils eigenen
Partei und dem Koalitionspartner, sowie ehrliche Problemanalysen.
Keine schwammigen Formulierungen, kein Ausweichen und Winden. Doch
wie kommt es, dass jüngere Politiker nicht in der Lage scheinen,
klare und wahre Aussagen zu treffen? Wie kommt es, dass ein Guido
Westerwelle nach dem Absturz der FDP in Baden-Württemberg beinahe
wortwörtlich das gleiche sagt, wie nach dem knappen Einzug in den
Landtag von NRW 2010; er also scheinbar in dem knappen Jahr nichts
dazu gelernt hat?

Einerseits ist das Übernehmen von
Verantwortung älteren Politikern auch im Nachhinein augenscheinlich
wichtiger als ihren aufstrebenden Kollegen. So kommt es, dass bspw.
Helmut Schmidt noch immer fleißig Bücher und Artikel veröffentlicht
und sich auch heute noch für seine vergangene Regierungszeit
verantwortlich fühlt. Auch ist das Interesse an Macht weniger stark
ausgeprägt, wenn man sie bereits viele Jahre lang ausgeübt hat. So
kann Herr Geißler den ehemaligen Bundeskanzler Kohl (CDU) bei Anne
Will als „energiepolitischen Piusbruder“ bezeichnen – es kann
ihm eben nicht mehr schaden. Würde beispielsweise Christian Lindner
das gleiche sagen, würde seine Karriere doch sehr wahrscheinlich
mehr als nur einen „Schlag ins Kontor“ (Lindners Verharmlosung
der katastrophalen Werte der FDP bei Anne Will) erfahren. Dies
allerdings auch nur aus innerparteilichen Gründen. In der
öffentlichen Meinung hingegen würde vielen Politikern
wahrscheinlich großer Respekt für solch klare Aussagen
entgegengebracht werden. Leider vergessen sie nur allzu oft, dass sie
dem Volk Rechenschaft für ihre Entscheidungen schuldig sind.
Paradoxerweise nimmt diese Vergesslichkeit mit zunehmendem Alter ab.

Ehrlichkeit in der Politik

Das ungewöhnliche Ergebnis der Wahlen in Baden-Württemberg beschäftigt die deutsche Medienlandschaft. Daher waren in den letzten Tagen in politischen Talkshows Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen mehr denn je gefragt. Dies führte dazu, dass viele „elder statesmen“ eingeladen werden mussten, um die Stühle in den Studios füllen zu können.

Besonders interessant waren hier Heiner Geißler (CDU) bei Anne Will (http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill2807.html) sowie Bernhard Vogel (CDU), Egon Bahr (SPD) und Gerhart Baum (FDP) bei Beckmann (http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/443668_beckmann/6824608_schicksalswahlen-einer-kanzlerin).

Hier konnte der Zuschauer ungewöhnliches beobachten: Harte Kritik am Kurs der jeweils eigenen Partei und dem Koalitionspartner, sowie ehrliche Problemanalysen. Keine schwammigen Formulierungen, kein Ausweichen und Winden. Doch wie kommt es, dass jüngere Politiker nicht in der Lage scheinen, klare und wahre Aussagen zu treffen? Wie kommt es, dass ein Guido Westerwelle nach dem Absturz der FDP in Baden-Württemberg beinahe wortwörtlich das gleiche sagt, wie nach dem knappen Einzug in den Landtag von NRW 2010; er also scheinbar in dem knappen Jahr nichts dazu gelernt hat?

Einerseits ist das Übernehmen von Verantwortung älteren Politikern auch im Nachhinein augenscheinlich wichtiger als ihren aufstrebenden Kollegen. So kommt es, dass bspw. Helmut Schmidt noch immer fleißig Bücher und Artikel veröffentlicht und sich auch heute noch für seine vergangene Regierungszeit verantwortlich fühlt. Auch ist das Interesse an Macht weniger stark ausgeprägt, wenn man sie bereits viele Jahre lang ausgeübt hat. So kann Herr Geißler den ehemaligen Bundeskanzler Kohl (CDU) bei Anne Will als „energiepolitischen Piusbruder“ bezeichnen – es kann ihm eben nicht mehr schaden. Würde beispielsweise Christian Lindner das gleiche sagen, würde seine Karriere doch sehr wahrscheinlich mehr als nur einen „Schlag ins Kontor“ (Lindners Verharmlosung der katastrophalen Werte der FDP bei Anne Will) erfahren. Dies allerdings auch nur aus innerparteilichen Gründen. In der öffentlichen Meinung hingegen würde vielen Politikern wahrscheinlich großer Respekt für solch klare Aussagen entgegengebracht werden. Leider vergessen sie nur allzu oft, dass sie dem Volk Rechenschaft für ihre Entscheidungen schuldig sind. Paradoxerweise nimmt diese Vergesslichkeit mit zunehmendem Alter ab.

Ehrlichkeit in der Politik

Das ungewöhnliche Ergebnis der Wahlen in Baden-Württemberg beschäftigt die deutsche Medienlandschaft. Daher waren in den letzten Tagen in politischen Talkshows Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen mehr denn je gefragt. Dies führte dazu, dass viele „elder statesmen“ eingeladen werden mussten, um die Stühle in den Studios füllen zu können.

Besonders interessant waren hier Heiner Geißler (CDU) bei Anne Will (http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill2807.html) sowie Bernhard Vogel (CDU), Egon Bahr (SPD) und Gerhart Baum (FDP) bei Beckmann (http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/443668_beckmann/6824608_schicksalswahlen-einer-kanzlerin).

Hier konnte der Zuschauer ungewöhnliches beobachten: Harte Kritik am Kurs der jeweils eigenen Partei und dem Koalitionspartner, sowie ehrliche Problemanalysen. Keine schwammigen Formulierungen, kein Ausweichen und Winden. Doch wie kommt es, dass jüngere Politiker nicht in der Lage scheinen, klare und wahre Aussagen zu treffen? Wie kommt es, dass ein Guido Westerwelle nach dem Absturz der FDP in Baden-Württemberg beinahe wortwörtlich das gleiche sagt, wie nach dem knappen Einzug in den Landtag von NRW 2010; er also scheinbar in dem knappen Jahr nichts dazu gelernt hat?

Einerseits ist das Übernehmen von Verantwortung älteren Politikern auch im Nachhinein augenscheinlich wichtiger als ihren aufstrebenden Kollegen. So kommt es, dass bspw. Helmut Schmidt noch immer fleißig Bücher und Artikel veröffentlicht und sich auch heute noch für seine vergangene Regierungszeit verantwortlich fühlt. Auch ist das Interesse an Macht weniger stark ausgeprägt, wenn man sie bereits viele Jahre lang ausgeübt hat. So kann Herr Geißler den ehemaligen Bundeskanzler Kohl (CDU) bei Anne Will als „energiepolitischen Piusbruder“ bezeichnen – es kann ihm eben nicht mehr schaden. Würde beispielsweise Christian Lindner das gleiche sagen, würde seine Karriere doch sehr wahrscheinlich mehr als nur einen „Schlag ins Kontor“ (Lindners Verharmlosung der katastrophalen Werte der FDP bei Anne Will) erfahren. Dies allerdings auch nur aus innerparteilichen Gründen. In der öffentlichen Meinung hingegen würde vielen Politikern wahrscheinlich großer Respekt für solch klare Aussagen entgegengebracht werden. Leider vergessen sie nur allzu oft, dass sie dem Volk Rechenschaft für ihre Entscheidungen schuldig sind. Paradoxerweise nimmt diese Vergesslichkeit mit zunehmendem Alter ab.

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