Stéphane Hessel: Empört euch!

Verlag: Ullstein
Jahr/Auflage: 2011/o.A.
Preis: 3,99€

Die Situation der Menschenrechte ist katastrophal und ihre Anerkennung durch Regierungen allzu oft nur ein Lippenbekenntnis. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch wie geht jemand damit um, der aktiv an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mitgewirkt hat?

Die Antwort ist: erstaunlich ruhig. Liest man Hessels kurzen Essay, so ist man immer wieder erstaunt, wie dieser Mann eine solche Ruhe bewahren kann, wenn sein Lebenswerk mit Füßen getreten wird.

Stéphane Hessel, 1917 in Berlin geboren, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Er kämpfte in der Résistance gegen die Nationalsozialisten, überlebte das KZ Buchenwald, half bei der Erarbeitung der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Jetzt, mit 93 Jahren, appelliert er an die Menschen, sein Erbe nicht zu vergessen. In Zeiten der Globalisierung und der Glaubenskriege ist es wichtiger denn je, die Menschenrechte als höchsten Wert anzuerkennen und zu verteidigen. Er ruft den Leser auf, sich zu empören und diese Empörung als Antrieb für gesellschaftliches und politisches Engagement zu nutzen.

Der kurze Text (15 Seiten) ist verständlich geschrieben und mit erläuternden Fußnoten versehen. Hessel zeigt viele Anlässe für Empörung auf und schont auch Israels Palästinapolitik nicht. An einigen Stellen merkt man dem Autor sein Alter jedoch an. Bei dem Versuch, möglichst viele Themen anzusprechen, fallen einige Gedankensprünge doch etwas groß aus. Insgesamt tut dies jedoch der Lesefreude keinen Abbruch. Eine berührende und zugleich aufrüttelnde Kurzlektüre für zwischendurch.

bd

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