Machtgier und Verantwortungslosigkeit statt öffentlicher Sicherheit

In diesen Tagen häufen sich die Nachrichten von unverantwortlichen und leichtfertigen Vorgehensweisen im „Krisen-AKW“ Fukushima. Wie konnte man nicht wissen, dass verdunstetes Meerwasser eine gefährliche Salzkruste zurücklässt? Wie kann radioaktiv verseuchtes Wasser in die Schuhe von Mitarbeitern gelangen bzw. warum müssen die Arbeiter sich mit Plastiktüten statt mit angemessener Schutzkleidung schützen? Wie kommt man auf die Idee, dass Beton trocknen kann, wenn er großen Wassermassen ausgesetzt ist? Die Fragen zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und zur Übernahme von Verantwortung häufen sich. Doch nicht nur in Japan scheint der Umgang mit dem hochgefährlichen Energieerzeuger immer fahrlässiger und somit fragwürdiger  zu werden. Gestern wurde bekannt, dass in dem stillgelegten Forschungsreaktor in Jülich bei Aachen 2.200 Brennelementkugeln verschwunden sind. Und Angela Merkel behauptet, sie hätte nicht gewusst, dass Atomenergie auch Risiken birgt…

Die Wissenschaftsministerin des Landes NRW Svenja Schulze (SPD) vermutet, dass die vermissten Brennelementkugeln im Atommülllager Asse zu finden seien. Sicher sei diese Annahme jedoch nicht, da keiner weiß, wie viel Atommüll im Lager Asse überhaupt eingelagert wurde.

Laut einem Grünenexperten enthalten die verschwundenen Kugeln ca. 2,2kg Uran 235, und 23kg Thorium 232; auch genug Material, um einige Bomben zu bauen.

Inzwischen steigt die Fassungslosigkeit ins Unermessliche angesichts der erschreckenden Vorfälle, die auf allen Ebenen des Landes und in der ganzen Welt stattfinden. Es scheint keinerlei Bewusstsein mehr dafür zu existieren, dass man die Verantwortung für Millionen von Menschenleben trägt. Stattdessen versucht man zu taktieren und seine eigene Haut bis zur nächsten Wahl zu retten. Wie kann hochgefährliches radioaktives Material einfach verschwinden? Wie kann es sein, dass keiner weiß, wie viel Atommüll irgendwo lagert? Vor allem, da die Schlussfolgerung nahe liegt, dass dann auch keiner sagen kann, wie sicher der Atommüll gelagert ist. Solche Fragen tauchen in der Berichterstattung jedoch meist nur am Rande auf. Uns wird vorgegaukelt, dass durch die Abschaltung der sieben ältesten Atommeiler alles für unsere Sicherheit getan wird; gleichzeitig verstrahlt der bereits produzierte Atommüll unkontrolliert und anscheinend in unbekannter Masse die Umwelt. Und für das restliche radioaktive Material scheint zumindest der Aufenthaltsort nicht kontrollierbar zu sein.

Ein weiterer Vorfall lässt an der Sicherheit unserer Zukunft und an der aller zukünftigen Generationen zweifeln: Die kürzlich erfolgte Aussage unserer Bundeskanzlerin in Bezug auf ihre Kenntnisse zur Atomenergie.

Wie kann Angela Merkel, wohlgemerkt promovierte Physikerin, allen Ernstes behaupten, sie hätte durch die Ereignisse in Fukushima dazu gelernt und erst jetzt seien ihr die Gefahren von Atomenergie bewusst geworden? Sollte dies wahr sein, läge es nahe, auch ihre Dissertation einmal genau zu prüfen. Denn wenn jeder Castor-Demonstrant mehr Wissen über die Gefahren von Kernenergie besitzt als unsere Kanzlerin, kann es mit ihrem physikalischen Fachwissen nicht besonders weit her sein. Näher liegt allerdings die Vermutung, dass Frau Merkel auch hier wieder lediglich versucht, sich selbst in ein positives Licht zu rücken und zu verschleiern, dass sie in der Vergangenheit ganz bewusst die Sicherheit der deutschen Bevölkerung (und nicht nur der deutschen Bevölkerung) an E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW verkauft hat.

Es ist an der Zeit, dass immer mehr Menschen die dreisten Lügen auch als solche erkennen, Verschleierungstaktiken durchschauen und dagegen protestieren. Denn die Politik taktiert geschickt und ist offensichtlich bereit die Sicherheit der ihr anvertrauten Menschen ohne mit der Wimper zu zucken zu verkaufen. Es scheint, dass die Sicherheit der Bevölkerung und somit menschliches Leben in der von Wirtschaft und Macht dominierten Politik keinen sonderlichen Wert mehr besitzen. Dass dies große Gefahren birgt, auf die reagiert werden muss, liegt auf der Hand.

hd

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