Der Wert von Büchern

Neben dem Welttag des Buches steht demnächst ein weiterer, wenn auch weniger erfreulicher, wichtiger Termin mit Bezug zum geschriebenen Wort an – am 10. Mai jährt sich die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten zum 78. Mal.

Bereits 1821 schrieb Heinrich Heine den beinahe prophetischen Satz

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Doch wie kommt er zu dem Schluss? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Büchern und Mord? Eine mögliche Antwort wäre, dass Bücher nicht nur das gesamte Wissen der Menschheit enthalten, sondern auch Bildung vermitteln. Damit ist nicht die bloße Belesenheit gemeint.

Es geht auch um die Charakterbildung oder Weisheit. Dazu gehört die Fähigkeit zum kritischen Denken und Perspektivenwechsel. All das vermitteln Bücher quasi en passant. Selbst Trivialliteratur ist eine Anregung, spielerisch fiktive Welten zu gestalten und auszuprobieren. So können wir uns ohne reale Risiken einzugehen auf Utopien einlassen und uns im kritischen Denken üben. Viel zu lesen bedeutet gleichzeitig ein enormes Wissen über Handlungsmöglichkeiten und alternative Denkweisen anzuhäufen.

Diese Art von Wissen ist gemeint, wenn man sagt, dass Wissen Macht sei. Die Macht, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Ohne Bildung ist ein menschenfreundliches Handeln unmöglich. So sind Bücher in einem doppelten Sinne wichtige Werkzeuge, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Einerseits vermitteln sie Wissen über falsche Wege und liefern andererseits Werkzeuge zur Reflexion und zum Beschreiten neuer Wege.

Buchtips:

Werner Treß: Verbrannte Bücher 1933

Verlag: bpb
Jahr: 2009
Preis: 4,50€

Der Band stellt ausgewählte Werke, die der Bücherverbrennung zum Opfer fielen, sowie deren Autoren vor. Für den Preis eine lohnenswerte Anschaffung.

Rick Gekoski: Eine Nacht mit Lolita – Begegnungen mit Büchern und Menschen

Verlag: Claassen
Jahr: 2006
Preis: Leider momentan nur antiquarisch verfügbar.

Eine Sammlung von Anekdoten aus dem Leben eines Buchhändlers und -liebhabers. Beschrieben wird hier vor allem der ideelle Wert von Büchern im Allgemeinen und besonderer Ausgaben im Speziellen. Eine schöne Lektüre für alle Bücherfreunde.

bd

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