Dritte Welt im Ausverkauf – Hinweis auf eine TV-Dokumentation

Manche Länder haben viele Ressourcen, andere weniger. Doch einige verkaufen ungeachtet der Menge oder der Interessen der einheimischen Bevölkerung ihre Bestände an fruchtbarem Boden an internationale Konzerne und Großanleger; und dies meist zu Schleuderpreisen. Oben drauf gibt’s dann noch Steuerfreiheiten und andere Vergünstigungen für die Käufer. Am 19.04.2011 zeigte ARTE eine Dokumentation über diese neuen Formen des „globalen Handels“.

Seit der Wirtschaftskrise sind die Preise für Lebensmittel enorm gestiegen. Dies lag nicht zuletzt an einer unmenschlichen Entwicklung auf dem Finanzmarkt. An den Börsen wurde rücksichtslos auf Grundnahrungsmittel spekuliert und die Preise künstlich in die Höhe getrieben. Somit wurde die Landwirtschaft wieder zu einem lukrativen Feld für Finanzanlagen.

Seitdem kaufen Großkonzerne und Privatanleger fruchtbaren Boden auf der ganzen Welt auf und verkaufen die gewonnenen Lebensmittel auf dem Weltmarkt.

Die Versorgung der einheimischen Bevölkerung bricht darunter zusammen. Bauern werden Land und Wasserzugänge einfach abgenommen, was für gewöhnlich das Aus für ihre Existenzen und die ihrer Familien bedeutet. Nahrungsmittel, die eigentlich im Land gebraucht werden, werden exportiert. Die Bevölkerung kann zwar auf den Feldern der neuen ausländischen Besitzer arbeiten, dies aber zu niedrigsten Löhnen und unwürdigsten Bedingungen.

Zudem wird auf vielfältigste und schädlichste Weise versucht, auch unfruchtbares Land noch urbar zu machen. Gentechnisch verändertes Saatgut, hochgiftige Herbizide und Pestizide kommen zum Einsatz. Alles, um noch mehr Nahrung auf den Weltmarkt zu bringen und somit Machtpositionen im globalen Handelsraum zu erlangen und zu sichern. Vor allem die Firma Monsanto bedient sich solcher Methoden, dies zeigte bereits ein informativer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008 („Monsanto – Mit Gift und Genen“). Auch in der TV-Dokumentation werden die Machenschaften des Konzerns unter die Lupe genommen.

Die Dokumentation zeigt Zusammenhänge auf, es werden Investoren durch die ganze Welt begleitet, afrikanische und südamerikanische Bauern besucht und ein Blick auf das politische Handeln in diesem Zusammenhang geworfen. Wenn auch zu Anfang teilweise etwas schleppend, ist die Dokumentation sehr informativ und interessant anzuschauen. Man bekommt ein gutes, jedoch erschreckendes Bild der Folgen und Gefahren, die sich durch den scheinbar unstillbaren Hunger nach Mehr im globalen Handelssystem ergeben.

Die Dokumentation ist noch einige Tage online verfügbar.

 hd

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