Was man gemeinsam erreichen kann… Das Kampagnen-Netzwerk Avaaz

Avaaz heißt eines der größten Kampagnen-Netzwerke, welches mit Bürgerstimmen weltweit politische Entscheidungen beeinflusst. In Form von Petitionen und diversen Aktionen übt es Druck auf die Regierungen verschiedenster Staaten und in unterschiedlichsten Angelegenheiten aus. Laut eigenen Angaben wächst das Netzwerk wöchentlich um 100.000 Mitglieder und bündelt inzwischen die Stimmen bzw. den Protest von über 8,2 Millionen engagierten Menschen auf der ganzen Welt. Demensprechend groß sind die Erfolge, die Avaaz inzwischen vorweisen kann – Ein gutes Beispiel für die Macht des gesammelten und vernetzten Protests.

Um einen Einblick in die vielseitige Arbeit von Avaaz und einen Anreiz zum Aktivwerden zu bekommen, bietet sich ein Blick auf die Homepage des Netzwerks und speziell auf die Selbstdarstellung an. Darüber hinaus soll an dieser Stelle eine aktuelle Nachricht der Organisatoren an die Mitglieder des Netzwerks veröffentlicht werden, welche einen Eindruck von aktuellen Aktionen und Erfolgen vermittelt:

„Liebe Freundinnen und Freunde,

Avaaz boomt. Das Tempo unserer Aktionen, unseres Wachstums und unserer Erfolge ist enorm! Lesen Sie in dieser E-Mail über die Highlights der letzten Monate – es ist erstaunlich, was wir gemeinsam aufbauen und erreichen.

Es gibt jetzt mehr als 8.2 Millionen von uns, und pro Woche kommen etwa 100,000 Menschen dazu! In der vergangenen Woche haben sich 650,000 Inder an unserer Kampagne für einen neuen, von der Zivilgesellschaft aufgesetzten Gesetzesentwurf gegen Korruption beteiligt – und wir hatten Erfolg!! Jeden Monat haben wir wichtige Erfolge zu verzeichnen – wir kämpfen gegen politische Korruption in Italien, Medienkorruption in Großbritannien und Kanada, gegen die Zerstörung der Umwelt in Brasilien und vieles mehr. Und in Nahost erhalten mutige Aktivisten, die furchterregenden Sicherheitskräften gegenüberstehen, unschätzbares Equipment und Kommunikationshilfen, bezahlt durch Spenden von beinahe 30,000 von uns.

Von den Volksrevolutionen in Nahost bis hin zu nationalen Anti-Korruptions-Bewegungen kann man es heute an so vielen Ereignissen spüren und sehen – die Demokratie ist auf dem Vormarsch und wir schlagen gemeinsam die Trommel. Die Presse ist seit Monaten voll mit Hunderten Meldungen über Avaaz, unter anderem gab es einen 2000 Wörter langen Bericht in der London Times, der unsere Gemeinschaft an die Spitze einer „neuen globalen Supermacht der öffentlichen Meinung“ stellt. Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung der letzten Monate in unserem, von Menschen auf der ganzen Welt angetriebenem, Bürgernetzwerk…

NEUESTE KAMPAGNEN-HIGHLIGHTS

Anti-Korruptions-Kampagne explodiert in Indien

Vor zwei Wochen kündigte Anna Hazare, eine 73 Jahre alte gandhistische Aktivistin an, dass er bis zum Tod fasten würde, wenn sich die Regierung nicht bereit erklärt, der Zivilgesellschaft zu erlauben, einen Entwurf für ein neues, kraftvolles Anti-Korruptionsgesetz einzubringen. In nur 36 Stunden hat sich die unglaubliche Zahl von 500.000 Indern an der Avaaz-Kampagne beteiligt, um Hazares Ruf nach einer umfassenden Reform zu unterstützen. Innerhalb von 4 Tagen brachte der öffentliche Aufschrei Indiens Regierung dazu, eine schriftliche Vorlage aller Forderungen Hazares zu unterzeichnen. Wir haben gewonnen!! Heute wird ein neues Indien geboren – genau wie letztes Jahr in Brasilien, mit einem bahnbrechenden Gesetz gegen Korruption. Avaaz hilft, all dem Leben einzuhauchen.

Durchbrechen der Mediensperre in Nahost:

Finanziert durch Spenden von beinahe 30,000 Avaazern arbeitet ein Avaaz-Team eng mit den Leitern der Demokratiebewegungen in Syrien, Jemen, Libyen und weiteren Ländern zusammen, um ihnen Hightech-Telefone und Satelliten-Internet-Modems zur Verfügung zu stellen, sie kommunikationstechnisch zu beraten und sie mit den Top- Medienkanälen der Welt zu vernetzen. Wir konnten die Kraft dieses Engagements sehen – wo mit Bildmaterialien und Interviews, bei deren Erstellung und Verbreitung unser Team die Aktivisten vor Ort unterstützt hat, ganze globale Medienzyklen entstanden sind. Der Mut der Aktivisten, die wir unterstützen, ist unglaublich – eine skype-Nachricht von letzter Woche lautete: „… Staatsschutz durchsucht das Haus, mein Laptop-Akku ist fast leer. Wenn ich morgen nicht online bin, bin ich entweder tot oder inhaftiert“. Er ist ok, und die Stimmen dieser mutigen Aktivisten kommen in der Welt an.

Großer Erfolg bei Hilton Hotels gegen Vergewaltigungs-Handel:

24 Stunden, nachdem 317.000 Avaazer den Hilton-Geschäftsführer angerufen und ihn aufgefordert haben, einen Verhaltenskodex bezüglich des Vergewaltigungs-Handels zu unterzeichnen (anderenfalls müsse er damit rechnen, dass in seiner Heimatstadt eine knallharte diesbezügliche Anzeigenkampagne durchgeführt wird), bekamen wir einen hektischen Anruf seiner Vize-Präsidentin: „Sie machen WAS?“, fragte Sie. Hilton hatte dies monatelang hinausgezögert. Wir gaben Ihnen vier Tage, und Sie haben unterschrieben. Nun werden 180,000 Hotel-Mitarbeiter geschult, den Sexsklavinnen-Horror von Frauen und Mädchen zu erkennen und zu verhindern.

Großbritannien – Menschen gegen Murdochs Medien-Monopol:

Der Vorstoß des globalen Medien-Moguls Rupert Murdoch, seinen Würgegriff an der britischen Presse zu verstärken, steht einer unnachgiebigen Kampfansage von Avaaz-Mitgliedern gegenüber. Woche um Woche haben wir Anzeigen geschaltet, öffentliche Behinderungsaktionen organisiert, massive Petitionen eingegeben und Telefonaktionen veranstaltet, um die öffentliche Diskussion am Laufen zu halten. Eine von Avaaz in Auftrag gegebene unabhängige Umfrage brachte zutage, dass nur 5% der Briten auf Murdochs Seite sind. Außerdem höhlen neue Strafanzeigen wegen des Abhörens von Politikertelefonen den Schwung von Murdochs Medienmaschinerie weiter aus. Die Regierung war gezwungen, Murdoch Konzessionen zu entziehen und zögert nun eine Entscheidung in dieser Sache hinaus. Das kostet Murdoch Milliarden und gibt uns mehr Zeit, ihn für immer zu stoppen.

Massaker in Libyen verhindert: Eine Million Nachrichten an den UN-Sicherheitsrat

Unsere Nachrichten riefen zu Sanktionen auf, zum Einfrieren von Vermögen und einer international kontrollierten Flugverbotszone zum Schutz libyscher Zivilisten. Unsere Stimmen drangen durch: Die UNO-Botschafterin der USA, das der Intervention anfänglich kritisch gegenüberstand, bedankte sich öffentlich für die Nachrichten. Die internationalen Aktionen begannen just in dem Moment, als Gaddafis Panzer die von den Rebellen kontrollierte Stadt Benghazi umstellt hatten – die Intervention konnte wahrscheinlich ein großes Massaker unter der Zivilbevölkerung verhindert.

Berlusconis Zensurgesetz geschlagen:

Silvio Berlusconi, der sich einem kühleren politischen Klima und, vermutlich genau zur Zeit der Parlamentswahlen, einem Gerichtsverfahren wegen Unzucht mit Minderjährigen gegenübersieht, versuchte im Parlament ein Zensurgesetz durchzubringen, das die Kritiker seiner Partei in unabhängigen TV-Sendungen zum Schweigen gebracht hätte. Doch die italienischen Avaaz-Mitglieder wehrten sich – mit einer 70,000 Unterschriften starken Petition, Tausenden Anrufen beim Parlament und einer Flut von Medienaktionen im entscheidenden Moment, konnten sie die endgültige Abstimmung günstig beeinflussen. Das Gesetz wurde gekippt, ein großer Erfolg für die Avaaz-Mitglieder und für die Zukunft der italienischen Demokratie und die Meinungsfreiheit.

„Engel“ bekämpft Korruption in Spanien:

Diese Woche rief eine spanische Zeitung Avaaz als ihren „Engel des Tages“ bei der Bekämpfung der Korruption aus – ein Highlight aus einer landesweiten Lawine von Medienberichten über die von 100,000 Spaniern unterzeichnete Petition und die theatralischen Aktionen, die dazu aufriefen, nachgewiesenermaßen korrupte spanische Politiker bei den bevorstehenden Wahlen nicht mehr zuzulassen. Durch den steigenden Druck haben einige Parteien sich beeilt, den Forderungen nachzukommen – die anderen werden die Folgen an den Wahlurnen zu spüren bekommen.

Brasilien: Amazonas-zerstörenden Mega-Damm blockiert:

Der geplante Bau des Belo Monte-Staudamms, einer Umweltkatastrophe im Werden, wurde verzögert – teilweise dank der spektakulären Übergabe von mehr als 600,000 Petitions-Unterschriften – von Avaazern aus Brasilien und der ganzen Welt – durch Mitglieder einheimischer Stämme. Auch die Organisation Amerikanischer Staaten hat sich nun der Opposition gegen den Damm angeschlossen, da er ihrer Ansicht nach die Menschenrechte verletzt – der Druck, das Projekt zu stoppen und sich stattdessen auf die Nutzung von sauberen und erneuerbaren Energiequellen zu konzentrieren, nimmt immer weiter zu.

Millionenstarker Schwarm zur Rettung der Bienen:

Mehr als eine Million Menschen, einschließlich 200,000 in Frankreich, haben eine explosive Petition für das Verbot von Pestiziden unterzeichnet, die Bienen auf der ganzen Welt massenhaft töten – und sie zusammen mit einer Gruppe französischer Imker bei einer wichtigen Konferenz dem französischen Landwirtschaftsminister übergeben. Die Kampagne geht weiter und baut überall Druck auf, in Frankreich, der EU und rund um den Globus.

Sieg über „falsche und irreführenden“ Berichterstattung in Kanada:

Konservative Beamte in Kanada haben an der Einrichtung eines propagandistischen TV-Netzwerks im Stil von Murdoch gearbeitet – doch im Februar, als sie damit begannen, die nationalen journalistischen Standards gegen falsche und irreführende Berichterstattung zu unterwandern, haben sie eine riesige Protestwelle ausgelöst. 100,000 kanadische Avaazer haben aus Protest unterschrieben, und die unverschämte Vorlage, die eine ausgewogene Berichterstattung unterminiert hätte, wurde zurückgezogen.

Weltweite Solidarität für Ägypten:

In ihrer dunkelsten Stunde im Kampf zur Befreiung von Mubarak haben die Ägypter die Welt wissen lassen, dass sie Solidarität brauchen – Avaaz hat auf den Ruf reagiert. 600,000 von uns aus aller Welt haben eine Botschaft der Unterstützung unterzeichnet , die vom Sender Al Jazeera direkt auf den Tahrir-Platz übertragen wurde – und die half, während der dunkelsten und unsichersten Stunden eine von Hoffnung getragene Bewegung aufrechtzuerhalten.

Mubaraks Milliarden eingefroren:

Als Mubarak die Macht in Ägypten verlor, versuchte er, sein gestohlenes Vermögen mitzunehmen – doch innerhalb von Tagen haben mehr als eine halbe Million von uns eine Petition an die G20-Finanzminister gerichtet, seine Milliarden sofort einzufrieren. Die Nachricht wurde mit einer gegenüber dem Eiffelturm aufgebauten „Protest-Pyramide“ während einer Ministersitzung überreicht. In den darauffolgenden Wochen haben die EU und andere Länder in der ganzen Welt zugestimmt, die Vermögen von Mubarak und seinen Spitzenberatern einzufrieren.

Unter Druck beginnt Südafrika, sich der „korrigierenden Vergewaltigung“ zu stellen:

Als eine lokale Gruppe in Südafrika eine Petition einreichte, und ihre Regierung aufforderte, das Problem „korrigierende Vergewaltigung“ anzugehen, die widerwärtige, seuchenartig um sich greifende Vergewaltigungen lesbischer Frauen, „um sie normal zu machen“ – wurde sie zunächst ignoriert. Doch als die Petition 170,000 Unterschriften zählte, wurde sie von der Regierung zur Kenntnis genommen. Jetzt, nachdem beinahe eine Million von uns unterzeichnet haben und das Thema große Aufmerksamkeit in den Medien auf sich zieht, wird der Druck zum bedeutsamen Handeln unaufhaltsam.

Übergabe von 1 Million Stimmen für Nahrungsmittelsicherheit

Ein neues direktdemokratisches Instrument, eingeführt durch den Lissabon-Vertrag, erlaubt es Bürgern mehr Einfluss auf EU-Politik zu nehmen. Über eine Million Bürger haben an der ersten EU-Bürgerinitiative teilgenommen, ein Prozess, der es EU-Bürgern erlaubt offizielle Petitionen einzureichen, die eine Antwort bedürfen. Avaaz-Mitglieder verlangen einen unmittelbaren Stopp von gentechnisch manipulierten Pflanzen in Europa, solange bis unabhängige Forschungsergebnisse, frei vom Einfluss der Industrie, aufzeigen können, dass sie sicher sind. Die Initiative wurde durch eine spektakuläre Aktion direkt an die EU-Kommission übergeben und zahlreiche Medienberichte sendeten ein deutliches Zeichen an die Beamten.

…und all das wird zu 100% von Avaaz-Mitgliedern weltweit finanziert!

All diese Kampagnen sind eine Demonstration der Hoffnung auf die Macht der Menschen – dafür, was möglich ist, wenn wir gemeinsam das Richtige tun. Und all diese Kampagnen wurden durch kleine Spenden von Avaaz-Mitgliedern finanziert. Fast 250,000 von uns haben für einzelne Avaaz-Kampagnen gespendet, und 10,000, spenden regelmäßig ein paar Dollar oder Euro pro Woche oder Monat, um die Kernkosten von Avaaz zu decken. — klicken Sie hier, um eine kleine Spende zu machen. Aufgrund dieser vielen kleinen Spenden ist Avaaz keinen Sponsor-Konzernen, vermögenden Einzelpersonen, oder staatlichen Geldgebern Rechenschaft schuldig. Stattdessen ist Avaaz nur seinen Mitgliedern gegenüber verantwortlich, und unserem gemeinsamen Traum von einer besseren Welt für alle.

Voller Hoffnung und großer Anerkennung der Leistungen jedes Einzelnen in dieser phantastischen Gemeinschaft,

Ricken, Ben, Saloni, Alice, Graziela, David, Shibayan, Morgan, Tihomir, Emma, Giulia, Rewan, Kien, Luis, Alex, Mia, Stephanie, Milena, Heather, Veronique, Iain, Pascal, Benjamin, Yura, Laura, Saravanan, Alma, Dominick, Brianna, Sam, Mohammad, Tricia, Janet, Laryn, Aleksandr, Maksim, Denis und alle freiwilligen Helfer, Übersetzer und das ganze Avaaz-Team.

Quellen:

Avaaz-Bericht, Times of London (Englisch) http://avaaz.org/times_of_london_feature

Pressebericht über die Avaaz-Kampagne gegen Korruption in Indien, The Hindu (Englisch) http://avaaz.org/the_hindu_hazare_launch

Hilton schliesst sich dem Verhaltenskodex an, ECPAT-USA (Englisch) http://avaaz.org/ecpat_release

Artikel bezüglich der Murdoch-Kampagne, The Guardian (Englisch) http://avaaz.org/murdoch_poll_guardian

„Engel des Tages“ Artikel, La Republica (in Spanish) http://avaaz.org/republica_angel_of_the_day

Europäischen Bürgerinitiative in Brüssel eingereicht, Le Monde (Französisch) http://avaaz.org/le_monde_eci

Hier finden Sie mehr Presse-Höhepunkte: http://www.avaaz.org/en/media.php

Avaaz half ebenfalls bei der Finanzierung und Durchführung eines Projektes, das die erste öffentliche Meinungsumfrage von Flüchtlingen in Darfur durchführte. Hier finden Sie die Resultate: http://avaaz.org/darfur_report

Avaaz ist nur ein Beispiel für die wertvolle Arbeit vieler Initiativen und Organisationen. Alle sind jedoch auf das Engagement und die Hilfsbereitschaft vieler weiterer Menschen angewiesen. Sei es in Form einer Stimme, einer Spende oder anderer Unterstützungen.  Denn nur durch den Druck der Masse werden auch wirklich Ergebnisse erzielt und Veränderungen bewirkt.

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