Rechtsextreme Demonstration in Köln – Aufruf zu Gegenveranstaltungen

Am 7. Mai 2011 hat die rechtspopulistische Vereinigung ProKöln erneut eine Veranstaltung in Köln angemeldet und rechte Prominenz aus ganz Europa eingeladen. Unter anderem werden Vertreter der österreichischen FPÖ und Mitglieder vom belgischen Vlaams Belang erwartet. Nach den an Gegeprotesteten gescheiterten Veranstaltungen in den Jahren 2008 und 2009 versuchen die Rechtspopulisten von ProKöln nun erneut unter dem fadenscheinigen Motto „Marsch der Freiheit“ ihre rechten Ideologien zu verbreiten. Wie vor zwei bzw. drei Jahren soll dies auch am 7. Mai durch breiten und bunten Protest verhindert werden. 

Fremdenhass und Hetze fallen in der Bevölkerung heute leider immer häufiger auf fruchtbaren Boden. Das Vorgehen ist das gleiche wie zu Zeiten des Nationalsozialismus. Vielen Leuten geht es in Zeiten der Globalisierung und neoliberaler Politik schlecht; sie fühlen sich vom System ausgeschlossen und allein gelassen. Statt jedoch nach den wahren Gründen für die eigene schlechte Lage zu fragen, wird den Menschen ein Sündenbock angeboten. Viele Menschen nehmen dies dankend an; können sie sich doch nun wieder mit etwas identifizieren. Der vermeintlich Schuldige für die eigene Lage sitzt nun nicht mehr unerreichbar im Regierungsviertel, sondern begegnet einem in der U-Bahn. Der bisher unterdrückte Hass bekommt nun ein neues, ein erreichbares Ziel.

Ob Thilo Sarrazin oder die selbst ernannten Bürgerbewegungen ProKöln und ProNRW: Durch ein seriöses Auftreten, jenseits von Springerstiefeln und Bomberjacken versuchen viele Rechtspopulisten Faschismus wieder salonfähig zu machen. Durch die Hintertür, auf politisch zumindest augenscheinlich korrektem Weg sollen die mehr als veralteten Ideologien wieder aktualisiert werden. Sie versuchen die Ängste der Menschen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und betreiben Hetze auf gefährlichstem Niveau.

Für einen Staat wie die Bundesrepublik Deutschland, welcher sich zu Recht auf Werte wie Menschenwürde und Toleranz beruft, stellen solche Demonstrationen eine erhebliche Gefahr dar. Umso wichtiger ist es, dass am 7. Mai viele Menschen auf die Straße gehen und sich dem rechtsextremen Demonstrationszug in den Weg stellen. Wie in Köln bereits zweimal eindrücklich gezeigt wurde, kann durch friedlichen Protest die weitere Verbreitung der gefährlichen, rechten Hetze gestoppt und ein Zeichen für Toleranz, Interkulturalität und ein friedliches Zusammenleben gesetzt werden.

Aktuelle Informationen, vor allem zu Blockade-Treffpunkten und Gegenveranstaltungen, finden sich auf http://www.dazwischengehen.mobi/.

Interessant ist zudem die Initiative „Kein Kölsch für Nazis“, welche schon 2009 durch kreativen Protest auf sich aufmerksam machte.

hd

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