Netto Marken-Discount: Aggressive Marktstrategie auf Kosten Aller

Am 14. Juni 2011 zeigte das ZDF-Magazin Frontal 21 einen Bericht über den Umgang mit Mitarbeitern im Netto Marken-Discount. Der Konzern versuche in aggressiver Weise zu expandieren bzw. Marktführer zu werden. Dies gehe vor allem zu Lasten der Mitarbeiter, schade aber auch den Kunden. Die Edeka-Tochter hatte vor einiger Zeit alle Plus-Filialen aufgekauft; das rot-gelbe Logo findet sich nun an vielen Orten im ganzen Bundesgebiet.

Mehrere Mitarbeiter des Discounters berichten von Vorfällen, welche mit Arbeitsrecht nichts mehr zu tun haben: Die Führungsetage plane gezielt die so genannte Freisetzung von Gewerkschaftsmitgliedern und langjährigen Mitarbeitern. Dazu fordere sie die Filialleiter und auch Mitarbeiter ausdrücklich dazu auf, schwarze Listen zu erstellen oder Gewerkschaftsversammlungen (gegen Gehaltserhöhungen) zu bespitzeln. Zudem gebe es Schulungen, wie unliebsame Mitarbeiter am besten „freigesetzt“ werden können.

Bestimmte Leistungen werden zudem nur auf Nachfrage gezahlt und auch der Arbeitsschutz werde eher klein geschrieben. Eine Mitarbeiterin berichtet, dass sie trotz Krankheit und Attest dazu genötigt wurde, Getränkekisten zu stapeln. Der Discounter zahlt seinen Mitarbeitern des Weiteren Löhne auf niedrigstem Niveau. Trotz Vollzeitstelle und Überstunden müssen viele Mitarbeiter daher mit Hartz-IV aufstocken. Netto finanziert seine Marktstrategie also nicht zuletzt von Steuergeldern.

Die Gewerkschaft Verdi spricht von Ausbeutung und „menschenverachtenden Methoden“. Auch im Frontal 21-Beitrag wird darauf hingewiesen, dass die Praxis in den Discounter-Filialen an Menschenrechtsverletzungen grenzen bzw. als solche zu bezeichnen sind.

Im Endeffekt hängt das Gelingen dieser menschenverachtenden Marktstrategie des Discounters von den Verbrauchern ab. Deshalb sollte sich jeder genau überlegen, ob er bei Netto Marken-Discount weiterhin einkaufen will. Ein solches Umdenken wird umso wichtiger, da Netto im kommenden Jahr die Eröffnung von bis zu 1000 weiteren Filialen plant. Deshalb scheint es nötig, sich über den Discounter zu informieren, sein Wissen mit anderen Verbrauchern zu teilen und nicht zuletzt sein eigenes Konsumverhalten entsprechend zu ändern! Letzteres auch deshalb, da die Qualität der angebotenen Lebensmittel in den Netto-Flialen nachgewiesenerweise ebenfalls unter der aggressiven Marktstrategie des Konzerns leidet (bspw. deutlich zu hohe Temperaturen in den Kühlregalen).

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