Campact: Castortransport nach Gorleben stoppen!

Und wieder wird es Herbst und wieder rückt der Castor-Transport nach Gorleben näher. Doch dieses Jahr ist etwas anders: Letzte Woche wurde bekannt, dass die zulässigen Strahlungs-Grenzwerte am „vorläufigen“ Zwischenlager im Wendland für dieses Jahr evtl. überschritten werden. Dies würde einen weiteren Transport vorerst verbieten. Die niedersächsische Landesregierung versucht deshalb mit unredlichen Tricks, die Strahlungswerte (wohlgemerkt: NICHT die Strahlung) zu minimieren. Umweltminister Röttgen (CDU) schweigt bisher dazu. Die Initiative Campact hat deshalb einen Appell an die verantwortlichen Bundes- und Landesminister gestartet.

In dem entsprechenden Aufruf der Initiative heißt es dazu:

„Kartoffelscheune“ nennen die Menschen im Wendland das atomare Zwischenlager Gorleben wegen seiner dünnen Außenwände. Sie wissen schon lange, dass dies keine geeignete Art und Weise ist, Castor-Behälter mit ihrem strahlenden Inhalt zu lagern. Jetzt geben ihnen die Messwerte recht: Letzte Woche wurde bekannt, dass die Einhaltung der Strahlungsgrenzwerte am Zwischenlager nicht mehr gewährleistet werden kann. Doch für die niedersächsische Landesregierung ist das kein Hinderungsgrund, dort noch mehr Atommüll zu lagern: Im November will sie weitere elf Castoren nach Gorleben rollen lassen.

Um die Messwerte am Zwischenlager zu drücken und damit den Transport überhaupt möglich zu machen, überlegt die Landesregierung von Ministerpräsident McAllister sogar, einfach den Abstand zwischen den Castoren und den Messgeräten zu vergrößern. Bislang deckt Bundesumweltminister Norbert Röttgen diesen Taschenspielertrick durch sein Schweigen. Im Oktober wird abschließend entschieden, ob weitere Castoren nach Gorleben rollen dürfen. Mit einem Appell fordern wir die Absage des Atommüll-Transports. Sobald wir 100.000 Unterschriften beisammen haben, wollen wir ihn öffentlich überreichen.

Unterzeichnen Sie den Appell für einen Stopp des Castor-Transports!

Mit jedem Castor-Transport ins Wendland wird Gorleben als Endlagerstandort weiter zementiert. Aus rein politischen Gründen wurde der Salzstock in den 1970er Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit willkürlich ausgewählt. Geologisch ist er völlig ungeeignet: Von oben drohen Wassereintritte ähnlich wie im abgesoffenen Endlager Asse, von unten explosive Erdgaseinschlüsse.

In diesem Herbst will die Regierung ein Endlagersuchgesetz beschließen. Es droht zu einem „Gorleben-Durchsetzungsgesetz“ zu werden – mit Kriterien, die Gorleben weiter als Endlagerstandort ermöglichen sollen. Eine ergebnisoffene und transparente Suche nach unabhängigen Kriterien kann es daher nur geben, wenn Gorleben vorher als Endlagerstandort ausgeschlossen wird. Als ersten Schritt braucht es jetzt einen Stopp der Castor-Transporte dorthin.

Unterzeichnen auch Sie unseren Appell!

Weitere Informationen zum atomaren Zwischenlager Gorleben….

Mit herzlichen Grüßen

Christoph Bautz und Susanne Jacoby

Auch wenn die untragbare Laufzeitverlängerung der schwarz-gelben Bundesregierung inzwischen glücklicherweise revidiert wurde, der Atommüll bleibt und es wird bis zum endgültigen Ausstieg noch einiges an Abfällen hinzukommen. Die Gefahren dieses Mülls bestehen länger, als unsere Menschheit alt ist. Deshalb sind sie für uns nicht überschaubar und können es wahrscheinlich auch nicht werden.

Umso wichtiger ist es, dass die Politik nun die – nicht hoch genug einzuschätzende – Verantwortung auch übernimmt. Momentan ist dies nicht der Fall, weshalb der Druck aus der Bevölkerung steigen muss. Dieser Appell ist dafür ein guter Beginn.

hd

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