Amnesty International: Hinrichtung in den USA verhindern

Weltweit wird die Todesstrafe berechtigterweise kritisiert. Abgesehen davon, dass sie vor allem in einer demokratischen Gesellschaft kein angemessenes Strafmaß darstellt, kann auch die Schuld eines Angeklagten in vielen Fällen nicht hunderprozentig bewiesen werden. Einige Bundesstaaten in den USA praktizieren das Töten von Mördern jedoch nach wie vor; das sonst so „fortschrittliche“ Land greift (auch) hier auf mittelalterliche Methoden zurück. In diesen Tagen findet vor allem ein Fall besondere Kritik. Der US-Amerikaner Troy Davis soll wegen Mordes an einem Polizisten am 21.9.2011 hingerichtet werden. Doch Beweise gibt es dafür kaum und auch Davis beteuert seine Unschuld. Zusätzlich zu der grundsätzlichen Kritik an der Todesstrafe offenbart dieser Fall also auch noch die Unzulänglichkeiten der US-amerikanischen Rechtsprechung. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat nun eine E-Mail-Aktion gestartet, um eine Begnadigung für Davis zu erreichen.

In dem entsprechenden Aufruf heißt es:

Hinrichtung von Troy Davis verhindern!

Troy Davis soll am 21. September im US-Bundesstaat Georgia hingerichtet werden. Am 6. September unterzeichnete ein Richter den dazugehörigen Hinrichtungsbefehl. Fordern Sie die zuständigen Behörden auf, Troy Davis umgehend zu begnadigen.

Dreimal sollte Troy Anthony Davis schon sterben. Jedes Mal wurde seine Hinrichtung im letzten Moment aufgeschoben. Seit 20 Jahren sitzt der US-Amerikaner in einer Todeszelle im Bundesstaat Georgia und wartet auf die Vollstreckung seines Todesurteils für einen Mord, den er bis heute bestreitet.

Trotz fehlender Beweise war Davis im August 1991 schuldig gesprochen worden, den Polizisten Mark Allen McPhail ermordet zu haben. Augenzeugen wollen die Tat beobachtet haben. Im Prozess belasteten diese Aussagen den damals 22-Jährigen so schwer, dass er zum Tode verurteilt wurde. Mittlerweile haben sieben der neun ursprünglichen Zeugen ihre Aussagen widerrufen. Eine Tatwaffe oder DNA-Spuren, die auf ihn als Täter hingedeutet hätten, wurden nie gefunden.

Kein Justizwesen der Welt ist frei von menschlichen Fehlern und Vorurteilen. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 wurden in den USA über 138 Menschen aus dem Todestrakt freigesprochen und in die Freiheit entlassen.

FORDERN SIE DIE ZUSTÄNDIGEN BEHÖRDEN AUF, TROY DAVIS UMGEHEND ZU BEGNADIGEN!

hd

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Eine Antwort zu Amnesty International: Hinrichtung in den USA verhindern

  1. tastenspringer schreibt:

    danke – habe gezeichnet!

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