lesenswert.

Heute erschien bei sueddeutsche.de ein Artikel mit dem Titel „Konferenz über Islamophobie – woher die Vorurteile über den Islam stammen„. Thema der Konferenz ist die Analyse von Identitäten. Die eigene, westlich bzw. östlich geprägte, aber auch die dem jeweils anderen zugewiesene. Identitäten werden immer im Wechsel geprägt. Der Theorie von Edward Said folgend, ist der Orient (in Abgrenzung zum aufgeklärten, rationalen Okzident mit Sinnlichkeit, Faulheit, Fantasie, etc. konnotiert) eine Identitätszuweisung des Westens. Als Reaktion wurde das Konstrukt im Osten umgedeutet. Wer nun tatsächlich den Anfang gemacht hat, gleicht der Frage nach Henne und Ei.

Wichtig ist, die historische Kontinuität von Vorurteilen und Identitätszuweisungen zu sehen. Die behauptete Frauenfeindlichkeit des Islams geht direkt auf die Vorstellung des 19. Jahrhunderts von Harems und Sklaverei zurück. Das von Vielen vertretene Islambild entpuppt sich also als modernisierte Form jahrhundertealter Legenden. Anstatt sich also von überholten Vorurteilen leiten zu lassen, wäre es viel sinnvoller sich gegenseitig tatsächlich kennenzulernen und einen gemeinsame modus vivendi zu finden. Ein anderes Vorgehen wäre einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig.

bd

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