Avaaz: Deutschland kann equadorianischen Regenwald retten!

Es klingt nach einem noch nie dagewesenen Super-Projekt, das Streben nach Nachhaltigkeit scheint auch die Mächtigen dieser Welt zumindest in Teilen erfasst zu haben: In Equador wurde ein sehr großes Ölfeld entdeckt, doch statt dieses wie gewohnt einfach leer zu pumpen, soll der Regenwald in dem entsprechenden Gebiet erhalten werden. Einzige Bedingung: Andere Staaten unterstützen Equador bei diesem Projekt. Das nächste Wunder: Auch die deutsche Bundesregierung findet das Projekt gut und will es unterstützen. Doch nun das Problem: Entwicklungsminister Niebel (FDP) blockiert die Zahlungen an Equador.

Der Minister findet, dass Equador nicht beim Nichts-Tun unterstützt werden sollte. Dabei verkennt er, dass die Equadorianer (mit Unterstützung anderer Staaten) gerade durch das „Nichts-Tun“ mehr zu einer besseren Welt beitragen würden als er es selbst je fertig gebracht hat. Dass die Bundeskanzlerin ihren Minister nicht zur Vernunft ruft, zeigt gleichzeitig, wie ernst ihre Bestrebungen nach Nachhaltigkeit tatsächlich sind. Das Kampagnen-Netzwerk Avaaz ruft nun zum Unterzeichnen einer Eilpetition an den Entwicklungsminsister und den Haushaltsausschuss des Bundestags auf, in welcher die Verantwortlichen zu einem Umdenken bzw. verantwortungs-bewussten Handeln aufgefordert werden.

In dem entsprechenden Aufruf (inkl. Pressespiegel, s.u.) heißt es:

In drei Tagen könnte Deutschland einen der letzten unberührten Naturschätze der Welt, den Yasuni-Nationalpark im ecuadorianischen Regenwald, vor zerstörerischen Ölbohrungen retten — aber nur, wenn wir jetzt handeln und einen beispiellosen Schutzplan unterstützen.

Der artenreiche Regenwald liegt auf einem gigantischem Ölfeld. Doch anstatt den Wald für kurzfristige Gewinne zu opfern, entschieden sich Ecuador und die UNO, den Park zur Bohrverbotszone zu erklären, sollten sich Länder an Ecuadors wirtschaftlicher Entwicklung beteiligen. Kanzlerin Merkel und der Bundestag versprachen ihre Unterstützung. Die für solche Projekte nötigen Gelder liegen bereit, aber FDP-Entwicklungsminister Niebel blockiert die Initiative. Nun liegt die endgültige Entscheidung beim Haushaltsausschuss — gezielter Druck kann den Ausschuss dazu bringen, Niebel die Stirn zu bieten und Yasuni zu retten.

Der Haushaltsausschuss trifft sich am Donnerstag und könnte die Gelder für Yasuni freigeben! Drängen wir die Abgeordneten, diesen innovativen Plan zum Schutz eines der wertvollsten Gebiete der Erde zu unterstützen und Deutschlands Führungsrolle beim weltweiten Klimaschutz wiederzubeleben. Unterzeichnen Sie die Petition zur Rettung Yasunis und leiten Sie sie an alle weiter — unsere Stimmen werden vor ihrem Treffen direkt an die Mitglieder des Haushaltsausschuss überreicht:

http://www.avaaz.org/de/rettet_yasuni/?vl

Der Yasuni-Regenwald ist ein unglaubliches Kleinod und einer der letzten wirklich unberührten Orte der Welt. Es gibt dort mehr Pflanzen-, Tier- und Insektenarten pro Hektar als überall sonst auf der Welt. Yasuni beheimatet außerdem zwei der letzten unkontaktierten Naturvölker.

Der innovative Plan würde den Wald retten und verhindern, dass millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangen, einfach indem das Öl unter der Erde gelassen würde. Er ruft Industrienationen dazu auf, die Hälfte der Erträge zu zahlen, die Ecuador ansonsten aus den Yasuni-Ölvorkommen verdienen würde. Das Geld wird in einem von der UN verwalteten Treuhandfonds gesammelt und im Gegenzug garantiert Ecuador, das Gebiet nicht anzutasten. Ecuador könnte das Geld dann für den Schutz von Yasuni und weiteren Nationalparks einsetzen, sowie in Bildung und Krankenhäuser für die Bevölkerung investieren. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut — Umweltschutz könnte so zu einer praktikablen Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung werden. Spanien, Chile, Belgien und andere haben bereits in den Fonds eingezahlt und der UN-Generalsekretär hat Deutschland persönlich aufgefordert, eine Führungsrolle bei der Durchführung des Plans zu spielen.

Deutschland hat bereits zugesagt, järlich 50 Millionen Euro zum Schutz Yasunis beizusteuern und 0.7% des Haushalts im Sinne der Millennium-Entwicklungsziele in die Entwicklungszusammenarbeit fließen zu lassen. Aber unsere Regierung hat in diesem Bereich bisher nicht gehalten, was sie versprach. Die Yasuni-Initiative könnte unserem Engagement neues Leben einhauchen und ein wichtiger Präzedenzfall für weltweiten Umweltschutz werden. Dieser innovative Plan hat den Rückhalt von 90% der Bevölkerung Ecuadors, sowie von Ökonomen, Umweltexperten und Nobelpreisträgern wie Al Gore. Doch wenn wir uns nicht jetzt alle dafür einsetzen wird Niebel die Gelder blockieren und Yasuni wird für immer verschwinden. Uns bleiben nur Tage — unterzeichnen Sie unten und erzählen Sie es weiter:

http://www.avaaz.org/de/rettet_yasuni/?vl

Gemeinsam haben wir die deutsche Regierung bereits zu mehr Investition in erneuerbare Energie gedrängt, ihr gegenüber der Atomlobby den Rücken gestärkt und sie dazu gebracht, beim weltweiten Kampf gegen den Klimawandel voranzuschreiten. Einmal mehr ist es nun an uns, sicherzustellen, dass unsere Regierung ihren Teil zur Rettung dieser ökologischen Ressource beiträgt. Wenn wir jetzt gemeinsam handeln können wir Yasuni retten und einen der gößten Schätze der Welt für unsere Kinder bewahren.

Voller Hoffnung,

Stephanie, Pascal, Antonia, Alice, Diego, Rewan und das ganze Avaaz-Team

Weitere informationen:

Niebels einsamer Kampf gegen Yasuni (Zeit)
http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-10/yasuni-niebel

Niebel blockiert Yasuni Initiative (TAZ)
http://www.taz.de/Niebel-blockiert-Yasuni-Initiative/!80170/

Offizielle Yasuni-Seite der UNDP (auf Englisch)
http://mdtf.undp.org/yasuni

Ecuador: four months to save the world’s last great wilderness from ‚oil curse‘ (Guardian, auf Englisch)
http://www.guardian.co.uk/environment/2011/aug/14/ecuador-oil-yasuni-national-park

Bo Derek: Save Amazon’s Yasuni National Park From Oil Drilling (Huffington Post, auf Englisch)
http://www.huffingtonpost.com/2011/09/27/bo-derek-yasuni-national-park_n_978358.html

Niebel und die Indianer (Zeit)
http://www.zeit.de/2011/25/DOS-Ecuador-Yasuni-Nationalpark

Regenwaldschutz in Ecuador: UNO drängt Deutschland (TAZ)
http://www.taz.de/Regenwald-Schutz-in-Ecuador/!78192/

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