lesenswert.

Die Frankfurter Rundschau berichtet heute auf ihrer Internetseite über ein psychiatrisches Gutachten über den norwegischen Attentäter Breivik. Darin wird dieser als zum Tatzeitpunkt (und auch danach) nicht schuldfähig beschrieben. Wahrscheinliche Konsequenz: Breivik wird nicht zu 21 Jahren Haft verurteilt, sondern für unbestimmte Zeit in die Psychiatrie eingewiesen.

Das Gutachten wundert wenig. Zunächst muss zwar alle drei Jahre sein Zustand überprüft werden, bei einem solchen Politikum ist es aber nur schwer vorstellbar, dass Breivik vor seinem (natürlichen) Ableben die Welt außerhalb der Psychiatrie noch einmal sehen wird. Dafür werden entsprechende politische Instanzen sorgen.

Der zweite (wahrscheinliche) Grund ist noch einleuchtender und wirkt weit über die Grenzen Norwegens hinaus: Würde man Breivik seine volle geistige Gesundheit zugestehen, müsste man sich über gewisse gesellschaftliche Zustände Gedanken machen, die eine solche Tat befördert oder zumindest nicht verhindert haben. Nicht zuletzt müssten darauf auch noch Konsequenzen folgen. Da aber keiner das Verlangen danach hat, sich mit dem inzwischen alltäglichen und von fast allen öffentlichen Seiten tolerierten Rechtspopulismus und -radikalismus auseinanderzusetzen, ist es hier deutlich bequemer, eine solch schreckliche Tat auf die kranken Phantasien eines Verrückten zurückzuführen.

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