Avaaz: Petition gegen Lebensmittelspekulationen

Das Kampagnennetzwerk Avaaz weist in einer aktuellen Petition auf die verheerende Wirkung von Lebensmittelspekulationen hin. Im Jahr 2010 sind die Lebensmittelpreise weltweit um im Schnitt 33% gestiegen – im wesentlichen durch Spekulationen. Diese Preisentwicklung hat ganz reale Auswirkungen auf das Leben von Millionen von Menschen, die sich ihr täglich Brot nicht mehr leisten können und in der Folge an Armut und Hunger leiden und sterben. Mit einer Petition möchte sich Avaaz nun an Deutsche-Bank-Chef Ackermann wenden, um ihn dazu zu bringen, mit gutem Beispiel voranzugehen und aus dem Geschäft mit den Nahrungsmittelpreisen auszusteigen. Im Aufruf heißt es:

Liebe Freundinnen und Freunde in Deutschland,

Die Deutsche Bank spekuliert mit Agrarrohstoffen — wilde Wetten bringen Millionenprofite und treiben Lebensmittelpreise in schwindelerregende Höhen, auf Kosten der Armen. Doch Insidern zufolge erwägt sie aus dem rücksichtslosen Spekulationsgeschäft auszusteigen — öffentlicher Druck könnte Bankenchef Ackermann zum Handeln zwingen.

Genau wie die Immobilienblase in den USA die Häuserpreise künstlich in die Höhe und Menschen in den Ruin trieb, treiben die unverantwortlichen Spekulationsgeschäfte der Deutschen Bank die Lebensmittelpreise in schwindelerregende Höhen und bedrohen Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika. Aber es gibt Hoffnung — nachdem er Tausende von Nachrichten erhalten hat erwägt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ernsthaft, ob er von diesem moralisch bankrotten Geschäft die Finger lassen soll.

Ackermann hat versprochen, bis Ende Januar eine Entscheidung über die Zukunft dieses Nahrungsmittel-Roulette bei der Deutschen Bank zu treffen, doch er versucht, sich durch endloses Verzögern aus seinem Versprechen herauszuwinden. Lassen wir ihm keine Ruhe: Massiver Druck von uns kann ihn dazu bringen, den Hunger-Spieltisch zu verlassen und seine Rolle als Vorsitzender des Weltbanken-Verbands zu nutzen, damit andere folgen. Unterzeichnen Sie die dringende Petition jetzt — wir werden sie spektakulär am Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt überreichen:

http://www.avaaz.org/de/stoppt_das_hunger_kasino_jetzt/?vl

Allein im Jahr 2010 sind die Lebensmittelpreise weltweit im Durchschnitt um 33% in die Höhe geschossen, und haben 40 Millionen Menschen in den Hunger und in extreme Armut getrieben. Weder Dürre, noch Nachfrage für Biosprit oder rückläufige Getreideexporte können den schockierenden Preisanstieg von Lebensmitteln, der in den letzten Jahren stattgefunden hat, vollständig erklären — viele Experten sind sich einig: unverantwortliche Lebensmittelpreis-Spekulationen in den Finanzmärkten spielen eine wesentliche Rolle bei den weltweit steigenden Kosten.

Zunehmend mehr Banker und Geldgeber von Hedge Fonds wagen sich — ohne Vorwissen über Landwirtschaft und Nahrungsmittelmärkte — mit Lebensmittelpreis-Spekulationen aufs Rohstoff-Handelsparkett und bestimmen damit die künftigen Lebensmittelpreise. Da hochgeschraubte Spekulationen zu größeren Profiten führen, sind geldgierige Finanzleute bereit, bei der Prognose künftiger Lebensmittelpreise zu übertreiben. Doch ihr rücksichtsloses Verhalten hat Konsequenzen im tatsächlichen Leben, wo sie Preisspitzen verursachen, die Nahrungsmittel für die Ärmsten der Welt unerschwinglich machen. Wir sind auf dem besten Weg zur nächsten finanziellen Blase — nur diesmal wird mit Lebensmitteln spekuliert, und den Preis bezahlen Menschen mit ihrem Leben!

Laut einer FORSA-Umfrage möchte 84% der Deutschen, dass die Banken aufhören auf Nahrungsmittel zu spekulieren. Wenn Zehntausende von uns jetzt diese Botschaft noch verstärken können wir Ackermann dazu bringen, mit der Deutschen Bank ein Beispiel zu setzen und eine weltweite Debatte zu entfachen, die die Lebensmittel-Spekulationen für immer beenden könnte. Ein kürzlich veröffentlichter Foodwatch-Bericht hat bereits dafür gesorgt, dass über 52.000 Deutsche Ackermanns private E-Mail-Adresse mit Nachrichten überflutet haben. Er hat darauf reagiert, indem er versprochen hat, bis Ende Januar eine Entscheidung zu treffen — schicken wir ihm jetzt eine laute Nachricht von 100.000 von uns, damit er sich auch wirklich daran hält:

http://www.avaaz.org/de/stoppt_das_hunger_kasino_jetzt/?vl

Wir leben in einer Zeit nie dagewesenen Wohlstands und technischen Fortschritts. Doch noch immer geht einer von sechs Menschen weltweit jeden Abend hungrig zu Bett. Ein jeder sollte ein Leben ohne Hunger genießen können — das wird keine leichte Aufgabe sein, aber wir können den Anfang machen, indem wir jetzt das Hunger-Kasino beenden.

Voller Hoffnung und Entschlossenheit,

Jamie, Stephanie, Pascal, Emma, Ricken, Antonia, David und der Rest des Avaaz-Teams

Weitere Informationen:

Geschäfte mit Agrarrohstoffen: „Ackermann bricht sein Versprechen“ (Spiegel)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812214,00.html

Report „Die Hungermacher“: Spekulieren auf Kosten der Ärmsten (Foodwatch)

http://foodwatch.de/e10/e45260/e45263/

Deutsche Bank zockt mit dem Tod (TAZ)

http://www.taz.de/!86066/

Rohstoffspekulation: Foodwatch gibt Ackermann Mitschuld an Hungersnöten (Spiegel)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792387,00.html

Schmähpreise für Barclays und Vale: Steigende Lebensmittelpreise und Menschenrechtsverletzungen angeprangert (NZZ)

http://www.nzz.ch/nachrichten/wef/schmaehpreise_fuer_barclays_und_vale_1.14602980.htmll

bd

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Eine Antwort zu Avaaz: Petition gegen Lebensmittelspekulationen

  1. André Gaufer schreibt:

    Protest gegen Nahrungsmittel-Spekulationen
    Spekulanten profitieren vom Handel mit Nahrungsmitteln, während die Zahl der Hungernden weltweit steigt! Die Initiative handle-fair.de protestiert dagegen!

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