Avaaz: Banken und Unternehmen sponsern G20

Das G20-Treffen im französischen Cannes steht kurz bevor. Fast jeder weiß, dass die G20 an sich schon eine eher zweifelhafte Versammlung ist. Die mächtigsten Politiker der Welt kommen zusammen, treffen wichtige Entscheidungen und die Öffentlichkeit bleibt außen vor. Wer allerdings trotzdem dabei sein und vor Ort für seine Interessen kämpfen darf, sind Vertreter von Banken und Wirtschaftsunternehmen. Um ihren Stimmen noch mehr Gewicht zu verleihen, fließen bereits im Vorfeld der Treffen hohe „Sponsorengelder“, welche von den Regierungsvertretern wiederum gerne angenommen werden. Das Kampagnen-Netzwerk Avaaz hat nun eine Petition an das französische Regierungsoberhaupt Sarkozy gestartet, um diese äußerst undemokratischen Praktiken zu beenden. Ob die Aktion Erfolg haben wird, kann man nicht wissen. Es scheint allerdings wichtig, wenigstens ein Zeichen dagegen zu setzen und den mächtigsten Regierungen dieser Welt zu zeigen, dass die Öffentlichkeit ihre Aufmerksamkeit auch auf die Schattenseiten ihres Tuns richtet.

In dem Aufruf des Netzwerks heißt es:

Es ist unglaublich. Die G20 — Treffpunkt der mächtigsten Regierungen der Welt — kommen in zwei Tagen zusammen, um die weltweite Wirtschaftskrise zu besprechen, und wer sponsert das Treffen? Banken und Großunternehmen!

Kein Wunder, dass der Ort des Treffens — die französische Stadt Cannes — komplett abgeriegelt und für Normalbürger unzugänglich ist, während Banken und Vorstände von Großkonzernen Zugang haben und Einfluss auf unsere Regierungen nehmen können.

Unternehmen haben sich unserer Regierungen ermächtigt und weitreichende Rettungszahlungen erwirkt, obwohl sie unsere Wirtschaft zerstören. Jetzt erkaufen sie sich den Weg in genau den Gipfel, der die finanzielle Zukunft des Großteils der Welt entscheiden könnte. Gemeinsam können wir den Gastgeber des Gipfels, Nicolas Sarkozy, überzeugen, den Sponsoren den Laufpass zu geben — lassen Sie uns eine Welle der Entrüstung starten, die die Medien aufrüttelt und Sarkozy zwingt, die Unternehmenssponsoren rauszuwerfen und die G20 für uns alle zurückzugewinnen. Unterzeichnen Sie die Petition und leiten Sie diese E-Mail weiter:

http://www.avaaz.org/de/occupy_g20/?vl

Die Grenze zwischen Großkonzernen und verantwortungsvollen Regierungen verwischt zunehmend. Politiker finanzieren ihre Wahlkämpfe mit Geld von Unternehmen, revanchieren sich dann nach der Wahl mit entsprechenden Gesetzen für den Gefallen, und nehmen gutbezahlte Jobs bei den Unternehmen an, wenn sie aus dem Amt ausscheiden. Man nennt das Korruption, ganz einfach.

Nun hat Société Générale, eine französische Bank, die mit öffentlichen Geldern gerettet wurde und ein Eigeninteresse an Europas Finanzpolitik hat, für die prominente Platzierung ihres Logos als offizieller Sponsor bezahlt. Die US- und weitere Handelskammern werden zu einem gemütlichen “B20-Gipfel” eingeladen, wo sie unseren Politikern ihre Gedanken mitteilen können.

Der einzige Weg, Gesetze zu bekommen, die Arbeitsplätze schützen, Spekulanten anpacken und eine gerechte Zukunft garantieren, ist, die Lobbies zurückzudrängen und unsere Politiker aus den Fängen von Unternehmensinteressen zu befreien. Teilen wir Nicolas Sarkozy und den anderen Entscheidungsträgern mit, dass ihre Zukunft davon abhängt, dass sie die Sponsoren jetzt sein lassen und sich gegen die Einnahme unserer Regierungen durch Unternehmen stellen. Unterzeichnen Sie die Petition und leiten Sie diese E-Mail an alle weiter:

http://www.avaaz.org/de/occupy_g20/?vl

Die weltweite Wirtschaftskrise ist aus Gier und Eigeninteresse entsprungen. Aber in der Not können wir auf wunderbare Arten zusammenkommen, wie wir dieses Jahr schon wiederholt gesehen haben. Von der Wall Street und London bis nach Melbourne besetzen zehntausende von Bürgern ihre Städte — wir können uns ihnen anschließen, verantwortungbewusste Regierungen fordern, und die Unternehmen rauswerfen!

Voller Hoffnung und Entschlossenheit,

Alex, Maria Paz, Morgan, Emma, Ricken, Wissam und der Rest des Avaaz-Teams

Weitere Informationen:

Neue Regeln für die Banken (Zeit)
http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-10/G20-Gipfel-Cannes

Kommentar: Club der Rückwärtsdenker (TAZ)
http://www.taz.de/Debatte-G-20-Gipfel/!81084/

Wirtschaftskapitäne setzen die G20 unter Druck (Financial Times) Englisch
http://www.ft.com/cms/s/0/21ccfea6-02e6-11e1-899a-00144feabdc0.html#axzz1cMLOw7GP

Liste der G20 Cannes Sponsoren (Englisch)
http://www.g20-g8.com/g8-g20/g20/english/the-2011-summit/partnerships/partnerships.69.html

Business-Gipfel B20 parallel zu G20 (Englisch)
http://www.b20businesssummit.com/guests/business-organizations

Ottawa vermied Unternehmenssponsoren für G20 (Englisch)
http://www.theglobeandmail.com/news/world/g8-g20/news/ottawa-steered-clear-of-corporate-sponsorships-for-g8-g20/article1608401/

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